SLR (Spiegelreflexkamera)
Bei Spiegelreflexkameras unterscheidet man zwischen einäugigen (SLR = single-lens reflex) und zweiäugigen Spiegelreflexkameras (TLR = twin lens reflex) , wobei beide das gleiche Spiegelsystem als Grundlage haben.
Spiegelprinzip
Das Licht fällt durch die Linse des Objektivs und wird dann von einem klappbaren Spiegel reflektiert und weiterprojeziert. Über eine Sammellinse und ein sogenanntes Pentaprisma (mit 5 Flächen) gelangt das Bild dann in den optischen Sucher. Über diesen kann das Bild betrachtet und scharf gestellt werden.
Beim Auslösen klappt der Spiegel um, beziehungsweise nach oben, und der Verschluss öffnet sich und das Licht fällt auf einen lichtempfindlichen Film. Dieses "Klappen" verursacht das typische Kamerageräusch wie man es kennt. Der belichtete Film zeigt dann nach der Entwicklung das aufgenommene Foto.
Es gibt auch vereinzelt Spiegelreflexkameras bei denen ein halbtransparenter Spiegel verwendet wird, hierbei gelangt sowohl das Licht in den optischen Sucher als auch auf den Film. Vorteile sind hierbei eine geringe Auslöseverzögerung und kein lautes Klickgeräusch. Die Nachteile sind ein dunkleres Bild im Sucher, als auch auf dem Film, da weniger Licht auftrifft.
Einäugige Spiegelreflexkameras
Die einäugige Spiegelreflexkamera besitzt wie oben beschrieben einen umklappbaren Spiegel und ein Pentaprisma. Vor und nach der Aufnahme wird das Motiv über den Spiegel durch das Pentaprisma projeziert und kann somit seitenrichtig im Sucher betrachtet werden. Erst beim Auslösen wird der verstellbare Spiegel umgeklappt, so dass das einfallende Licht auf den Film treffen kann. Ein Vorteil der einäugigen Spiegelreflexkamera sind die Wechselobjektive (zum Beispiel Weitwinkel-, Tele, Zoomobjektive). Dadurch, dass der Verschluss direkt vor dem Film sitzt, können problemlos verschiedene Objektive verwendet werden. Ein kleiner Nachteil dieser Kameras ist: Aufgrund der Bauweise mit verstellbarem Spiegel, ist ein relativ großer Mindestabstand zwischen dem Film und der Linse des Objektivs notwendig. Damit Motive mit kurzen Brennweiten dennoch scharf dargestellt werden können, müssen aufwendigere und teuerer Linsensysteme eingesetzt werden.
Zweiäugige Spiegelreflexkameras
Die zweiäugige Spiegelreflexkamera besteht aus jeweils zwei gleichen Objektiven. Durch das untere Objektiv wird meistens der Film belichtet und durch das obere Objektiv gelangt das Licht in den Sucher. Durch ein Einstellrad oder -ring werden beide Objektive gleichzeitig verstellt.Die Vorteile von solchen Kameras sind das permanente Sucherbild, da kein umklappbarer Spiegel benötigt wird, der das Licht umleiten muss, sowie das Wegfallen des lauten Auslösegeräusches durch einen verstellbaren Spiegel.
Ein Nachteil dieser Kameras sind die hohen Kosten für Objektive, da diese ja immer zweimal benötigt werden. (Auch wenn die Objektive für das Sucherbild meistens nicht ganz qualitiativ gleichwertig sind, als die Objektive, die das Licht auf den Film lenken.) Des Weiteren entsteht ein sogenannter Parallaxenfehler, das heißt, das durch den Sucher betrachtete Bild entpsricht nicht 100% dem aufgenommen Bild auf dem Film, dies ist bedingt durch den kleinen Höhenunterschied der beiden Objektive, da diese ja übereinander angebracht sind. (Ähnlich wie das Sehen unserer Augen - Das Bild des linken Auges entpricht nicht 100% dem Bild des rechten Auges, da etwa 2cm Abstand dazwischen liegen).
Aufgrund der hohen Kosten und dieses Fehlers haben sich zweiäugige Spiegelreflexkameras nie wirklich am Markt durchgesetzt.

